In eigenen Worten
Im Jahr 1974 machte ich mit meiner Familie Urlaub auf Elba. Bei Ausflügen konnte man immer wieder schöne grüne und goldene „Steine“ finden. Es wurden immer mehr. Inzwischen wusste ich: Grün ist Malachit, grünblau ist Chrysokoll und golden ist Pyrit. In dieses Schema musste alles rein.
Manchmal hielt uns ein Lkw-Fahrer auf und holte einen Brocken Erz mit Pyrit unter dem Sitz hervor. Klar, dass ich die gekauft habe. Besonders in Erinnerung bleibt mir ein Vespafahrer, der uns in feuchtem Zeitungspapier bläuliche Stücke „Pisanit“ anbot. Keine Ahnung hatte ich, dass das Chalkanthit war. In unserer Ferienwohnung wusch meine Schwägerin ihre Stücke unter dem Wasserhahn – mein Gott, waren die schnell weg! Mit meinen war ich vorsichtiger; kleinere Stücke, inzwischen etwas entfärbt, habe ich heute noch. So fing alles an.
In den ersten Jahren wurde alles wahllos gesammelt; nur groß und schön musste es sein! Schwer bepackt und etwas ärmer kehrten wir jedes Jahr von den Münchener Mineralientagen heim. Auch aus der näheren und weiteren Umgebung schafften wir Material nach Hause. Aus heutiger Sicht war viel Schotter dabei.
Es kam wie bei vielen anderen: Die Schauflächen wurden zu klein, alles dicht gedrängt und damit unästhetisch. So konnte es nicht weitergehen. Übrig blieb eigentlich nur die Alternative, sich den bisher belächelten „Fuzzelit“-Sammlern anzuschließen und Micromounter zu werden. Das war Anfang der 1980er-Jahre. Das soll natürlich nicht heißen, dass ich eine größere Stufe verschmähe oder so lange trimme, bis sie in ein Döschen passt! Aber selbst gefunden muss sie sein. Gekauft wird eigentlich nichts mehr, außer gelegentlich Einzel-Micromounts zur Information oder Abrundung einer Lagerstätte.
Sorge bereitete mir nur die Zukunft meiner vielen großen und kleinen Stufen. Es war klar, dass mein Sohn kein Interesse daran hatte. Am Horizont erschien das Schreckgespenst: Container oder Flohmarkt. Gottlob fand mein Vorschlag „Vereins-Lithothek“ Befürworter, und seitdem macht das Arbeiten mit Mineralien wieder Spaß: Die geliebten Steinchen werden nicht entsorgt und haben einmal ein neues Zuhause.