In eigenen Worten
Wie die meisten Kinder faszinierten mich schöne Steine schon, als ich noch ein Bub war. Der eigentliche Anstoß, Mineralien zu sammeln, kam jedoch von meinem Tennisfreund Wolfram Schäfer, der mir und anderen Freunden immer wieder begeistert von den Smaragdvorkommen im Habachtal erzählte. Da einerseits mein Interesse geweckt war, ich andererseits meine Zweifel hatte, ob in unseren Alpen tatsächlich so edle Steine vorkommen sollten, folgte ich in einem Frühsommer Wolframs Einladung, ihn auf einer Sammeltour ins Habachtal zu begleiten. Und siehe da: Wir fanden wirklich sehr schöne Smaragde. Von da an war ich vom Virus des Mineraliensammelns infiziert.
Weil ich damals alpinistisch ohnehin sehr aktiv war, kam mir das neue Hobby sehr zustatten. Allerdings machte ich bald die Erfahrung, dass sich Gipfelstürmen und Steinesammeln nur sehr schwer miteinander verbinden lassen. Will man einen Gipfel erreichen, muss man die Steine liegen lassen. Da mir das immer schwerer fiel, kam es zwangsläufig dazu, dass meine Gipfelerfolge immer spärlicher, meine Steinesammlung dagegen immer größer wurde.
Erst etwa 1980 ergänzte ich mein Hobby um eine weitere Faszination, das Micromounten, nachdem ich auf einer Exkursion ins Val Malenco den damaligen Leiter der Micromounter-Gruppe der Münchener Mineralienfreunde, Peter Köhlen, und andere Micromounter-Freunde kennengelernt hatte. Sehr rasch nahm mich die Wunderwelt und Vielfalt der Micromounts unter dem Stereomikroskop gefangen.
Hauptsächliches Ziel meiner Sammeltätigkeit wurde sehr bald die Absicht, möglichst alle Mineralien bestimmter Fundorte oder Lagerstätten zusammenzubekommen. Systematiksammeln reizte mich nur am Rande, und dies vorwiegend unter dem Gesichtspunkt der Ästhetik. Diese Art des Sammelns verfolgte ich von 1984 bis 2000 sehr intensiv während meiner etwa 20 Reisen in den Westen der USA – umso mehr, als ich bereits 1987 in den Ruhestand trat.
Der Grund, mich an der Lithothek unserer Arbeitsgruppe zu beteiligen, ist in erster Linie, einen Großteil meiner Sammlung der interessierten Nachwelt zu erhalten. Dabei ist es mir ein besonderes Anliegen, mich – soweit nicht meine Erben ein besonderes Interesse zeigen – mit Stufen aus meiner Sammlung an diesem Vorhaben zu beteiligen.