Ein Sammlerleben – erzählt von Christl Fürnkranz

Es fängt damit an, dass bei einer Bergtour das Auge einen glitzernden Stein entdeckt. Was ist das? Ein Bergkristall! Oh, schön! Und das Kristallfieber nimmt seinen Anfang. Die Begeisterung steigert sich und ist ansteckend. Die Partnerin kommt mit. Und im Lauf von 50 Jahren Sammeltätigkeit kommt einiges zusammen – darunter auch eine lustige Geschichte.

Fundstelle Wald, alte Halde, teils verwachsen, teils aufgegraben. Alle schwärmen aus, nur die Älteste (ich) trottete hinten nach, denn wie genau das ausschaut, was man hier finden kann, weiß ich nicht. Ich schau mich um, bücke mich, schaue durch die Lupe – sonst erkennt man nichts. Da ist etwas anders als das übrige Gestein. Ich gehe zu meinem Mann und zeige ihm den Stein. Er begutachtet ihn genau von allen Seiten, hebt den Kopf und sagt: „Lass dir einen Kuss geben.“ In dem Moment tauchen aus allen Gruben Köpfe auf mit einem Blick „Was ist da los?“ und kommen. Es stellt sich heraus, dass ich das gefunden habe, was alle suchen: Silber in schönen Strängen. Es kostete mich am Abend einen Liter Wein.

Und so wurden viele Ausflüge zu den Kristallen gemacht, mit mehr oder weniger Erfolg. Gefallen hat es uns immer, auch wenn es anstrengend war. Das Wetter war auch nicht immer ideal. Trotzdem war es eine schöne gemeinsame Zeit.

Mit dem Tod meines Mannes hat das Hobby sein Ende erreicht. Da die Wohnung geräumt werden muss, bin ich dankbar, dass die Sammlung in ihrem Umfang erhalten bleibt und nicht im Müll landen muss.

In Dankbarkeit, alles Liebe – Christl Fürnkranz, in memoriam Dr. Heinz Fürnkranz

NACHTRAG Die Sammlung wurde uns auf Empfehlung von Dr. Uwe Kolitsch, des NHM, Wien zugetragen. Wir haben diese am Wochenende des 1. Mai 2026 mit einem Transporter in Wien abgeholt. Christl Fürnkranz half uns zwei Tage lang, die Sammlung zu verpacken und einzuladen. Mit weit über einer Tonne Gesamtgewicht und annähernd 30.000 Micromounts ist diese Sammlung ein besonderer Zugang in die Lithothek. Schon jetzt haben wir viele österreichische Fundstellen in unserer Sammlung ergänzen oder gar ganz neu eröffnen können.